Katholische Pfarrgemeinde Sankt Georg Seelscheid (Neunkirchen-Seelscheid), Erzbistum Köln
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Chorausflug der Chorgemeinschaft St. Georg 1860 Seelscheid e. V.

Zunächst wurde während der Chorproben, die mit Ausnahmen jeden Donnerstag stattfinden, über den diesjährigen Chorausflug abgestimmt. Fast alle Sängerinnen und Sänger bekundeten ihr Interesse. Mehrere Ziele wurden in Erwägung gezogen. Letztendlich entschieden wir uns für die Großstadt Essen, mitten im Ruhrgebiet gelegen.

Schnell war auch ein Team gefunden, das diese Reise vorbereitete. So bestieg am 02.September in der Frühe um 08.00 Uhr eine muntere Schar von Sängerinnen und Sängern sowie inaktiven Mitgliedern des Chores den Bus, um dem Ziel Essen entgegen zu fahren. Wir alle waren gespannt, was uns erwartete, denn die Einzelheiten hatte das Organisationsteam bisher nicht verraten. Erst während der Fahrt wurde das Geheimnis nach und nach gelüftet. Gegen 10.00 Uhr erreichten wir unser erstes Ziel, das Schiffshebewerk Henrichenburg im Dortmund — Ems — Kanal. In zwei Gruppen aufgeteilt wurde uns die Planung, der Bau und die Einweihung dieses, heute unter Denkmalschutz stehende Bauwerk, von fachkundigen und der Materie nahestehenden jungen Leuten erklärt. Alle technischen Anlagen der Erbauungszeit versetzten so manchen in der Gruppe in Erstaunen und an die Technik der heutigen Zeit zweifeln. Wenn man bedenkt, dass durch Anheben und Absenken des Wasserspiegels um nur 3cm in der Wanne das Aus- und Einfahren der Schiffe ermöglicht wurde, so stand dahinter ein ausgeklügeltes System. Beim Bau der Anlage wurden Fachleute aus den Niederlanden, Polen und Italien verpflichtet. Die Einweihung durch den deutschen Kaiser fand im Jahre 1909 statt. Ein Probelauf fand nicht statt. Es klappte alles auf Anhieb! Der Kaiser und die geladenen Honoratioren waren begeistert. Nach einem Aufstieg auf die Türme und einem Gang über die Verbindungsbrücke, an der außen das Kaiserwappen prangte, noch eine kurze Erklärung von unserem Führer in der Wanne selbst; und schon waren fast zwei Stunden wie im Flug vergangen. Heute sind wir froh, dass diese technischen Relikte des letzten Jahrhunderts der jungen Generationen dank des Denkmalschutzes noch vorgefiihrt werden können. So langsam meldete sich nun auch der Magen. Schließlich war es ja schon Mittag. Aber auch daran hatten unsere Organisatoren gedacht. In einem naheliegenden Imbissstand wurde uns das für das Ruhrgebiet übliche Menü serviert: Currywurst mit Pommes. Allen hat es wunderbar geschmeckt! So gestärkt ging es dann weiter nach Essen, der neuntgrößten Stadt Deutschlands. Auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Zollverein stieg eine Führerin zu uns in den Bus, die uns nun für mehrere Stunden begleitete. Zunächst aber erzählte sie uns, dass ihre Heimat Argentinien sei, nun aber lebe sie schon viele Jahre hier und möchte nie mehr fort. An ihren fachlichen Erklärungen verspürte man, wie sehr sie der Stadt Essen und dem Kohlenrevier verbunden war. Nur noch die Gebäude der Zeche erinnern daran, dass hier einmal das schwarze Gold, die Kohle, gefördert wurde. In den weitläufigen Hallen und Gebäuden finden heute Kultur- und Sportveranstaltungen statt. Aber auch Boutiquen und Geschäfte gibt es hier. So wurden wir über den Begriff Förderturm und Fördergerüst aufgeklärt. Der Turm ist ein ummauertes hohes Gebäude. Das Gerüst ist das Gestell mit den sich für den Betrachter drehenden Räder. Es gibt sie kaum noch! So mancher aus der Gruppe wird sich noch daran erinnern, als sich noch die Räder der Fördergerüste drehten und der Himmel über dem „Ruhrpott" dunkel, grau und von den Hochöfen feuerfarben leuchtete. Schmutz und Staub wohin man griff! All das gehört der Vergangenheit an. Die Abraumhalden sind grün und viele Anlagen hat sich die Natur zurückerobert. Nach den vielen Eindrücken und Erklärungen war es nun an der Zeit, die Stadt selbst ein wenig kennen zu lernen. Auf der sich nun anschließenden Stadtrundfahrt wurden wir ein wenig mit Geschichte der Stadt vertraut gemacht. Riesige Verwaltungsgebäude der Firmen Thyssen- Krupp, Karstadt u.a. erstaunten uns. Der Name Krupp begegnete uns immer wieder. So fehlte nur noch die Villa Hügel, das „bescheidene" Heim der Familie Krupp. Heute wird die Villa, die in einem riesigen Gelände liegt, Rir kulturelle Veranstaltungen genutzt. Doch halt, da gab es noch einen Punkt auf der Tagesordnung: die Margaretenhöhe. Dieser Ortsteil der Stadt Essen ist vielen zumindest dem Namen nach bekannt. Die Siedlung wurde flir die Angestellten der Firma Krupp gebaut und ist heute in eine Stiftung übergegangen. Die Häuser selbst sind den damaligen Verhältnissen sehr modern eingerichtet und auch heute noch als Wohndomizil sehr begehrt. Man hat sich allerdings den Bedingungen und Vorschriften der damaligen Erbauer, eben der Familie Krupp zu unterwerfen. Außerdem war man, stolz „Kruppianer" zu sein! Wer sich dagegen auflehnt und diese Bedingungen nicht einhält, hat sein Wohnrecht verspielt und wird von seinen Nachbarn mehr oder weniger gezwungen, sich eine andere Bleibe zu suchen. Auch heute noch! Trotz aller Vorgaben ist diese Wohnsiedlung sehr beliebt, da es eine Oase des Friedens und der Ruhe fernab der Großstadt ist, die mit der Straßenbahn in wenigen Minuten zu erreichen ist. Trotz all dieser interessanten Eindrücke und Neuigkeiten, die uns der Tag gebracht hatte, war es nun genug. Der Kopf musste erst einmal alles verarbeiten. Auch der Hunger stellte sich wieder ein. Nach einer kurzen Fahrt, zum Teil auf einem abenteuerlichen schmalen Weg, standen wir am Baldeneysee vor einem Lokal, wo die Tische für uns schon gedeckt waren. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an den Busfahrer für seine umsichtige Fahrweise. Da wir schon während der Fahrt unsere Mahlzeiten ausgesucht hatten, konnten wir wenige Minuten nach der Ankunft hier unser Abendessen zu uns nehmen. Nach dem Motto: Man gönnt sich ja sonst nichts, ließ der ein oder andere sich noch ein Eis oder Apfelstrudel schmecken. So gestärkt traten wir die Rückfahrt nach Seelscheid an, wo wir gegen 22.00 Uhr nach einem erlebnisreichen Tag voller Eindrücke und neuer Erkenntnisse gesund aber müde wieder eintrafen. An dieser Stelle gilt unser besonderer Dank den beiden Organisatoren Martina und Sven, die ein ausgewogenes und interessantes Programm zusammengestellt hatten. Nochmals herzlichen Dank! BM.

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