Katholische Pfarrgemeinde Sankt Georg Seelscheid (Neunkirchen-Seelscheid), Erzbistum Köln
Katholische Pfarrgemeinde Sankt Georg Seelscheid (Neunkirchen-Seelscheid), Erzbistum Köln
Katholische Pfarrgemeinde Sankt Georg Seelscheid (Neunkirchen-Seelscheid), Erzbistum Köln

Sie sind hier: Sankt Georg » Gruppierungen » Chorgemeinschaft

Ich hätt' getanzt heut' Nacht.

So lautete das Motto des Konzerts der Chorgemeinschaft St. Georg in Seelscheid am 17.09. in der Aula der Grundschule Seelscheid.

Für einen Chor, dessen Repertoire fast ausschließlich kirchlichen Gesängen gewidmet ist, eher ein Gang auf Neuland, zumal der weitere Text des Mottos wie folgt lautet: ….. ich möcht' noch so viel mehr, auch wenn es Sünde wär', die ich mir nie verzeih'! Ein Schelm ist, der Böses dabei denkt! So konnten die Verantwortlichen des Chores die Sängerinnen und Sänger des Chores unter der Leitung von Dorothea Jakob davon überzeugen, einmal über den Tellerrand zu schauen um eben dieses weltliche Konzert auf die Beine zu bringen. Lange wurde geprobt, jedoch ohne die Lieder für anstehende Messgestaltungen aus den Augen zu verlieren. Mancher im Chor wird gedacht haben, wenn das nur gut geht? Dann kam der Tag, an dem der Chor sein Können unter Beweis stellen musste. Bei einer, bis auf wenige Plätze, gefüllten Halle eröffnete das Kammerorchester Stringendo aus St. Augustin das Konzert mit einem Stück von Vivaldi. Ihnen zuzuhören war ein Genuss. Geleitet wird das junge Orchester von Christiane Kraus. Nun war der Chor gefragt! Noch einmal tief durchatmen, letztes Lampenfieber verdrängen; und schon standen die Sängerinnen und Sänger auf der Bühne vor einem erwartungsvollen Publikum. Der erste Block war eine Hommage an Engelbert Humperdinck, der in Siegburg geboren ist und dem auf seinen Wanderungen im bergischen Land zu der Oper „Hänsel und Gretel“ bestimmt einige Ideen in den Sinn kamen. Jedoch den Gänsen konnte auch er keine Schuhe anpassen, da hierzu die Leisten heute immer noch fehlen. Hänsel und Gretel tanzten über die Bühne während der Chor den Text und die Melodie sang. Vielen ist dieses Lied noch aus der Kinderzeit bekannt. Ja, wer mag das Männlein sein, das da steht im Wald allein? Wissen sie es? Humperdinck hat es gewusst! Hänsel und Gretel, müde geworden vom Tanzen und Singen, setzten sich, um auszuruhen. Doch bald kam der Sandmann und streute ihnen den Schlafsand in die Augen. Dazu sang er, dargestellt von Beate von Berg, mit einer weichen Sopranstimme das Lied „ der Kleine Sandmann bin ich“. Oh, wie wurden da die Augen müde! Begleitet vom Kammerorchester „Stringendo“ sangen die Frauenstimmen des Chores den Abendsegen: „Abends will ich schlafen geh ‘n ......“. Im Saal war kaum ein Räuspern zu hören. Mit der Suite aus der Oper „Fairy Queen“ von Purcell setzte das Kammerorchester das Programm fort. Bevor der Chor erneut die Bühne betrat, wurde von fleißigen und flinken Händen das Bühnenbild passend für den Auftritt verändert. Vorgetragen wurden Ausschnitte aus dem Musical „My fair Lady“ von Frederick Loewe, die der Chor bravourös meisterte. Zunächst waren es Wünsche die musikalisch vorgeführt wurden. Gern hätt' so mancher getanzt, auch ein Zimmerchen mit 'nem Ofen wäre wunderschön. Aber es sind eben nur Wünsche. Friedhelm Baisch als Dr. Dolittle überzeugte das Publikum mit seinem Solo, zumal er in die Kleidung eines gestrengen Lehrers geschlüpft war. Er hat es tatsächlich geschafft, der Göre Eliza eine gute Aussprache zu vermitteln. Grün heißt nun einmal grün und nicht grin! Als Ernährer seiner Kinder, bei dem man schon ein „kleenes Stückchen Glück“ haben muss, bewies er ebenfalls sein Talent als Solist. Im weiteren Verlauf der Aufführung fand man den Chor auf der Pferderennbahn in Ascot. War das aufregend! Begleitet wurde die Chorgemeinschaft von Tom Deneckere am Flügel. Als Abwechslung im Programm eroberten die Damen der Ballettschule „Im Hofgarten“ aus Lohmar die Bühne. Da waren sie wieder die Wünsche: Noch einmal jung sein und die Beine so schwungvoll bewegen können! Das Programm wurde beendet mit einem Medley aus der Operette „Blume von Hawaii“ von Paul Abraham. Hierzu hatten sich die Damen ein wenig bunt dekoriert und teilweise auch den Herren das passende Outfit verliehen. Das Bühnenbild war zu dem letzten Liedvortrag entsprechend hergerichtet. So wurden einmal schnell, einmal langsamer im Rhythmus die Lieder dieses Medleys vorgetragen und vom Chor gemeistert. Nach dem Schlussakkord spendete das Publikum langanhaltenden Beifall und dankte mit stehender Ovation und verlangte natürlich eine Zugabe, die trotz aller Anstrengung der Stimmbänder gern gegeben wurde. B.M.

Zurück